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Landratsvilla erweist sich als Galerie auf Zeit

Bad Freienwalde 18.09.2008.

In die einstige Landratsvilla in Bad Freienwalde ist Leben eingezogen. Wenn auch nur für einen Moment. Denn seit knapp einer Woche sind in den Räumen im Rahmen des 2. Internationalen Festivals der Sichtkunst Bilder, Fotografien, Skulpturen und Videos zu sehen. Sie stammen von deutschen, polnischen und einem palästinensischen Künstler.


Dass der Spielbau-Verein mit Abed Abdi aus Haifa einen renommierten israelisch-palästinensischen Künstler gefunden hat, erfüllt ihn mit besonderem Stolz.

 

  Einsatz f³r die Sichtkunst: Fernando Kolenda betreut gemeinsam mit Andrea Fiebig die Ausstellung.

Weit geöffnet sind die Türen zu den einstigen Verwaltungsbüros an der Amtsstraße 5, in denen zuletzt u. a. Personalsausweise ausgestellt wurden. Überall hängen und stehen jetzt Kunstwerke. Sie sind zwar still, erzählen aber mittels Farben und Formen eine Menge – und zwar jene Sicht der teilnehmenden Künstler auf diesjährige Thema des Festivals inSPRIRACJE „sacrum profanum“. Da sprechen die farblich stark gehaltenen Bilder von Kerstin Studt aus Berlin genauso an wie die Arbeiten von Elke Brämer vom Verein Spielbau Bad Freienwalde. Der ist übrigens auch der Ausrichter der Ausstellung und der Mitorganisator des Festivals. Das findet nunmehr zum zweiten Mal in Bad Freienwalde statt. Im polnischen Stettin ist es seit Jahren eine feste Größe im Veranstaltungskalender.

Während die Macher im vergangenen Jahr einzelne leerstehende Geschäfte in der Kurstadt mit Kunstwerken zum kurzweiligen Leben erweckten, entschieden sie sich in diesem Jahr für ein einziges leerstehendes Gebäude. Mit der einstigen Landratsvilla fanden sie dank der Unterstützung des Eigentümers und weiterer Förderer auch ein geeignetes Objekt. Das musste natürlich hergerichtet und die Kunstwerke arrangiert werden. Dass dies rechtzeitig zur Ausstellungseröffnung am vergangenen Freitag gelungen ist, haben die Vereinsmitglieder u. a. Fernando Kolenda und Andrea Fiebig zu verdanken. Die zwei MAE-Kräfte betreuen auch die Exposition, die noch bis zum 23. September zu sehen ist.

Dass der Spielbau-Verein mit Abed Abdi aus Haifa einen renommierten israelisch-palästinensischen Künstler gefunden hat, erfüllt ihn mit besonderem Stolz. Damit werde aus dem deutsch-polnischen Festival ein internationales, wie Anke Briese, Vorstandsvorsitzende des Vereins, sagt. Für das dritte Festival sei man bemüht, noch mehr internationale Künstler zu gewinnen, die ihre Sicht auf das dann neue Thema „space“ auf ihre künstlerische Weise zum Ausdruck bringen. Mit Sicherheit werden auch dann wieder einige der Künstler mit von der Partie sein, die bereits im vergangenen und auch in diesem Jahr ihren Beitrag zum Gelingen des Festivals beigetragen haben.

Die Ausstellung in der Landratsvilla wird mit Werken der „Heimatlosen Galerie“ komplettiert. „Heimatlos“ deshalb, weil bisher noch kein Standort für die Bilder und Fotos gefunden worden ist. Zu sehen sind die Ergebnisse eines Fotoprojekts „So fern so nah – Bad Freienwalde 2008“, das mit palästinensischen Kindern im Mai in Bad Freienwalde stattgefunden hat. Parallel dazu stehen die Fotos, die von Vorschulkindern des Kindergartens auf dem Land in Altranft mit einfachen Kameras aufgenommen wurden.

Hinzukommen Bilder von Kindern aus Haifa, die mit Hilfe von Abed Abdi „Mein Viertel“ gemalt haben. Es sei mehr oder wenig ein Zufall gewesen, der sie mit Abed Abdi zusammengebracht habe, erklärt Anke Briese. Und zwar bei einer Reise nach Haifa im vergangenen November. Der Künstler sei an vielen Plätzen präsent. Schon beim ersten Kennenlernen sei die Sympathie dagewesen.

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr in der einstigen Landratsvilla zu sehen.

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