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Aus Haifa an die HfBK

Thema: Studium und Lehre

Zeitspannen:

  • 1964

Künstler:innen:

  • Abed Abdi
  • Sami Hakki
  • Lea Grundig
  • Sigrid Noack
  • Gerhard Bondzin
  • Gerhard Kettner
  • Günter Horlbeck
  • Dino di Rosa
  • Elly Johnson
  • Elis Kankkunen
  • Mauricio Boizeau
  • Elke Hopfe
  • Rainer Zille

Der palästinensische Maler Abed Abdi (geb. 1942) studierte von 1964 bis 1971 an der HfBK in Dresden. Im Interview spricht er über seine Freundschaft zu Lea Grundig und erzählt, wie das Studium sein künstlerisches Lebenswerk geprägt hat.

Der Maler Abed Abdi kam 1964 durch die Vermittlung der Kommunistischen Partei Israels und der Fürsprache seiner späteren Lehrerin Lea Grundig (1906–1977) aus Haifa (Israel) nach Dresden. Dort studierte er an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei ihr sowie bei Gerhard Bondzin, Gerhard Kettner und Günter Horlbeck.

Zu Abdis Bildmotiven gehörten u.a. Eindrücke des Lebens in der DDR, Portraits von Kommiliton*innen, aber auch Szenen von Flucht und Heimatverlust. Sie beruhten auf seinen Kindheitserlebnissen der Nakba, der Vertreibung arabischer Palästinenser:innen aus dem Staatsgebiet Israels um 1948. Das Thema der Geflüchteten verband ihn mit Lea Grundig, die als Jüdin während des Holocaust aus Deutschland nach Palästina emigrierte und ihre eigenen Fluchterlebnisse ebenfalls künstlerisch verarbeitete.

Abed Abdi, Uprooting, 1967, Tusche auf Papier, 41x32cm. Im Privatbesitz des Künstlers. Foto: Abed Abdi

Gemeinsam mit weiteren ausländischen Studierenden, Dino di Rosa aus Chile, Elly Johnson aus Norwegen, Elis Kankkunen aus Finnland und Mauricio Boizeau aus Kolumbien, veranstaltete Abed Abdi 1966 eine Ausstellung. Zu seinen weiteren Kommiliton:innen gehörten u.a. Sigrid Noack, Elke Hopfe und Rainer Zille. 1970 schloss er sein Diplom in der Fachrichtung Wandmalerei mit einer Arbeit zur „Deutsch-Arabischen Freundschaft“ ab. Im Videointerview erzählt Abed Abdi, wie es zu dem Aufenthalt in der DDR kam und wie die Zeit in Dresden seine Kunst beeinflusste.

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Abdi fertigte während seines Studiums eine Vielzahl von Grafiken, Zeichnungen und Bildern an, die er in seinem digitalen Privatarchiv dokumentiert: https://abedabdi.com/art-works/1960s-b/. Außerdem spezialisierte er sich auf Wandmalerei und stellte zwischen seinem Diplomabschluss und seiner Rückkehr nach Haifa im Jahr 1971 einen farbigen Putzschnitt für die Gebäude der HfBK in Dresden fertig. Im selben Raum befand sich ein zweiter Putzschnitt des irakischen Kunststudenten Sami Hakki. Im Interview erinnert Abdi sich an seine Werke und erzählt, wie ihm der Putzschnitt ermöglichte, seine Frau zu heiraten. Beide Putzschnitte sind in der HfBK erhalten und wurden von dem Restaurator Valentin Bauer 2020 untersucht.

Nach 1990 kehrte Abdi mehrmals für Ausstellungen nach Deutschland zurück, u. a. nach Bad Freienwalde, Düsseldorf und Berlin. Heute lebt er in Israel und Ungarn und setzt sich mit seiner Kunst für einen friedlichen interkulturellen Dialog zwischen Israel und Palästina ein.

Interview mit Abed Abdi am 19.04.2022 als Videocall zwischen Berlin und Haifa

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